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Interview – Antonio Mora

24. September 2019

Interview – Antonio Mora

24. September 2019 Katharina
Wellen Frau Porträt Antonio Mora Nostalgie

Katharina: Lieber Antonio, wir stehen vor einem Kunstwerk und finden es einfach nur schön. So wie bei Deinen Bildern. Und dann fragen wir uns, wer ist der Künstler hinter diesen Bildern? Wie fühlt er sich?

Antonio: Ich habe oft über meine Aufgabe als Künstler nachgedacht. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich als Künstler definieren konnte. Denn ich besitze keine künstlerischen Fähigkeiten im klassischen Sinne: Ich kann weder malen, modellieren noch ein Instrument spielen. Doch dann habe ich für mich verstanden, dass ich mich als Künstler dadurch auszeichne, dass ich Gefühle auf meine Weise vermittle.

Katharina: Und das machst Du auf ganz wunderbare Weise. Denn Deine Bilder sind voll mit Gefühlen. Sehen wir sie uns mal genauer an. Wir sehen in ihnen Verschmelzungen. Da sind Gesichter, sie erinnern uns an Porträts. Doch in die Gesichter sind Natur- und Architekturausschnitte eingefügt. Zeigen diese Ausschnitte, woran die Frauen denken?

Antonio: Ich vermische Fotografien von der Natur und Architektur mit Gesichtern. Dadurch entstehen Bilder, die Traumwelten darstellen. Meine Charaktere zeigen in einem gewissen Sinne Deja-Vus. Nostalgie, ein Hauch von Traurigkeit, das Gefühl, etwas auf der Lebensstraße verloren zu haben. Und wir können es nicht wiederfinden.

Katharina: Das ist sehr faszinierend. Vielleicht probieren wir es selber einen Moment aus. Wir hören in uns hinein, denken an einen Traum, an ein Deja-Vu, etwas, wohin wir gerne zurückkehren möchten. Und dann sehen wir uns Deine Bilder an. Wir fühlen uns dann wie die Frauen. Denn ein vages Bild formt sich in unserem Kopf. Auch wenn wir dorthin nicht zurückkehren können, so tragen wir dieses Bild bei uns. Oder wir finden es in Deinen Bildern. Wann kam Dir die Idee zu diesen ‚Traumwelten‘?

Antonio: Vor neun Jahren hatte ich eine Lebertransplantation. Zuvor ging es mir sehr schlecht. Ich nahm mir fest vor, dass ich, sobald ich dies überlebt hätte, mich ganz der Vermittlung von Gefühlen hingeben würde. An meine erste Ausstellung, ‚The Forgotten Memories‘, denke ich so gerne zurück.

Katharina: Und heute beginnen wir mit der Präsentation von Deinen Werken auf unserem Blog und Instagramaccount. Und falls ihr mehr Bilder von Antonio Mora sehen möchtet, besucht gerne seine Webseite mylovt. Dir, lieber Antonio, danke ich sehr für das Gespräch.

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