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Traumreise

27. September 2019

Traumreise

27. September 2019 Katharina
Antonio Mora Frauenporträts Traumreise Innenhof Gedanken Träume

Wie schön, dass Du da bist. Heute sehen wir uns drei Werke des spanischen Künstlers Antonio Mora an. Wie bei unserem vorherigen Künstler Ed Fairburn, zeigen Antonio Moras Bilder auch Frauporträts, die mit etwas kombiniert werden. Nicht wie bei Fairburn mit Karten, sondern mit Bildern von Gebäuden und Straßen.

Antonio Mora Frauenporträts Traumreise Innenhof Gedanken Träume
Open Dream,
Antonio Mora

Treffpunkt

Stellen wir uns vor, wir gehen durch ein Museum. Glaubst Du, dass dir Antonio Moras Bilder schon aus der Ferne auffallen? Oder würden wir eher erst einmal an ihnen vorbeigehen? Ich glaube, sie ziehen uns an. Aber woran könnte das liegen? Und wenn wir dann vor ihnen stehen, was machen wir dann? Schauen wir sie uns genauer an. Die folgenden Fragen können uns dabei helfen:

  1. Was sehen wir auf den Bildern?
  2. Was sehen wir nicht auf den Bildern?
  3. Welche Gefühle lösen die Bilder in uns aus?

Was sehen wir auf den Bildern?

Auf allen drei Bildern, ‚El Enigma‘, ‚Andromaca‘ und ‚Open Dream‘, sehen wir Frauengesichter. Sie verschmelzen mit weiteren Bildern. Sie zeigen eine Gasse mit weißen Häusern, eine Säulenhalle und einen roten Innenhof.

Uns begegnen also Frauen zusammen mit bestimmten Orten. Kommen Dir die Orte bekannt vor? Die Gasse mit den weißen Häusern und die Halle kennen wir vielleicht aus dem Urlaub, Sightseeing-Spots, die wir uns angesehen haben. Es sind öffentliche Orte.

Doch was ist mit dem roten Innenhof? Gibt es so etwas bei Dir in der Nachbarschaft? Vielleicht, denn wir finden so einen Hof eher im privaten Umfeld.

Was sehen wir nicht auf den Bildern?

Wie war es für Dich zu beschreiben, was Du siehst? Mir fiel es etwas schwer, weil es ganz wichtige Dinge gibt, die wir auf den Bildern nicht sehen.

Frauenporträt Weiß Straße Häuser Gedanken Ort
El Enigma,
Antonio Mora

Zwei Frauen blicken uns entgegen, aber ihre Augen sind kaum zu sehen. Die Architekturbilder sind in der oberen Gesichtshälfte der Frauen eingeblendet. Denken die Frauen an diese Orte, sind es ihre Erinnerungen, die sie vor ihrem inneren Auge sehen?

Antonio Mora Frauenporträts Halle Architektur
Andromaca,
Antonio Mora

Wie ist es denn bei der Frau in ‚Open Dream‘, sehen wir ihre Augen? Schemenhaft erkennen wir, dass sie nach unten blickt. Der rote Innenhof scheint ihren Kopf zu füllen, ein Ort, an den sie denkt. Du merkst, wir gehen jetzt schon zu der Interpretation über.

Antonio Mora Frauenporträts Gedanken Innenhof Augen Blick
Open Dream,
Antonio Mora

Während es uns zuvor vielleicht schwer fiel, diese Bilder zu deuten, merken wir jetzt, wie einfach es geht: Zu den Frauen gehören bestimmte Orte. Diese Orte können Erinnerungen sein, an die sie denken. In Gedanken kehren sie wieder zu diesen Orten zurück. Aber es können auch Orte sein, von denen sie träumen.

Welche Gefühle lösen die Bilder in uns aus?

Antonio Moras Bilder geben uns intime Einblicke in die Gedanken, Erinnerungen oder Träume der Frauen. Vielleicht ist es gerade diese Offenheit, weshalb wir uns zu den Bildern hingezogen fühlen. Und berührt uns das nicht auch, diese uns entgegengebrachte Offenheit? Aber da ist noch etwas, wir sind auch neugierig. Möchten wir nicht gerne die Orte erkunden, die wir dort sehen? Vielleicht erzählen die Porträts nicht gleich eine Geschichte. Aber sie berühren uns, sie erwecken unsere Neugierde und fordern uns dazu auf, ihre Geschichte zu erzählen.

Wie könnte die Geschichte heißen? Es gibt da dieses Lied ‚Traumreise‘ der deutschen Rappergruppe ‚Massive Töne‘. Eine Zeile lautet: ‚Ich nehm‘ deine Hand und ich mach mit dir ’ne Traumreise.‘ Anstelle der drei Rapper ist es Antonio Moras Kunst, die uns zu solch einer Traumreise einlädt. So haben wir am Ende auch noch einen Titel für unsere Geschichte zu diesen Bildern gefunden.

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