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Hinter geöffneten Türen

27. November 2019

Hinter geöffneten Türen

27. November 2019 Katharina

Hallo, schön, dass Du da bist. Wir sehen uns heute drei Werke von der Künstlerin Irena Kononova an. Sie alle zeigen ein recht ähnliches Motiv und wir werden überlegen, wohin eine geöffnete Tür führen kann.

Treffpunkt

Es sind nur noch wenige Tage bis….nicht bis Weihnachten, aber bis wir die erste Tür am Adventskalender öffnen dürfen. Hast Du einen Adventskalender?

Türen öffnen wir ständig im Laufe unseres Lebens, reale und unsichtbare Türen. Doch was verbirgt sich hinter den Türen? Manchmal eine Überraschung, wie beim Adventskalender, manchmal etwas Bekanntes und vielleicht manchmal auch etwas, das wir gar nicht haben möchten. Darum geht es auch in den Bildern von Irena Kononova. Wir werden sie uns nun mit den folgenden Fragen ansehen.

  1. Was sehen wir?
  2. Was erwartet uns?
  3. Gemalte Wege – warum ist das wichtig?

Was sehen wir?

Beginnen wir mit ‘A Corridor’ und ‘A Staircase’. Ein ansteigender Weg, eine Treppe, dann eine nach innen geöffnete Tür.

Bei ‘A Corridor’ sehen wir hinaus auf eine schemenhafte Landschaft mit Bäumen. Aber was sehen wir in ‘Staircase’, kannst Du etwas Konkretes erkennen? Ich sehe einen gelben Raum.

Exit, Irena Kononova

Was sehen wir in ‘Exit’? Vor der Öffnung blaues Wasser, und auf dem Boden in dem Gang ebenfalls Wasser.

Was erwartet uns?

Hinter den Öffnungen erwarten uns drei verschiedene Szenarien: die angedeutete Landschaft – das Bekannte, dann der gelbe Raum – das Unbekannte und abschließend das einfließende Wasser – die Bedrohung.

Wohin wollen wir gehen, weiter geradeaus oder sollen wir lieber umkehren? Das sind Fragen, die wir uns alle sicher von Zeit zu Zeit stellen.

Und die Bilder von Irena Kononova erinnern uns daran. Sie geben uns keine Antworten, aber sie lassen uns darüber nachdenken, was wir mit den geöffneten Türen machen. Wie weit möchten wir gehen und wie gehen wir mit dem um, was uns dann erwartet.

A Corridor, Irena Kononova

Gemalte Wege – warum ist das wichtig?

Schauen wir uns abschließend an, wie die Bilder gemalt sind. Irena Kononova malt in einer impressionistischen Weise. Das heisst, wir sehen die Pinselstriche, die verschiedenen Farbpartien und ihre Übergänge. Wir sehen das Gemalte. Dadurch wissen wir, das ist ein Gemälde. Wir fühlen die Grenze zwischen dem Bildraum und unserem Betrachterraum.

Und doch, findest Du nicht, dass wir trotzdem auch mit in das Bild einbezogen werden? Das könnte daran liegen, dass alle Gänge nicht erst im Bild beginnen. Sondern sie scheinen in unseren Raum zu verlaufen, also bei uns zu beginnen.

Diese gemalten Räume gehören nicht zu uns, aber wir können sie betreten. Und in ihnen finden wir dann bei den geöffneten Türen etwas, das wir kennen, das uns unbekannt ist oder auch etwas, das wir nicht haben wollen.

Und vielleicht ist es auch ähnlich bei den Adventskalendern. Für eine kurze Zeit gehören sie zu unserem Alltag und wenn wir Glück haben, erfüllt sich hinter jeder Tür ein kleiner Wunsch. Und wenn nicht, hoffen wir auf die nächste geöffnete Tür.

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